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hand.gemacht Identity

Die Visual Identity von hand.gemacht übersetzt das Forschungsanliegen in eine sichtbare Form und macht es für unterschiedliche Adressat:innen zugänglich. Die Gestaltungsentscheidungen leiten sich aus dem Forschungsgegenstand selbst ab. Imperfekte Linien spiegeln die handwerkliche Ungenauigkeit der Objekte, der Schatten im Logo greift das Konzept eines abstrahierten und funktional erweiterbaren Abbilds auf. Die Farbwelt setzt auf naturbelassene Töne und gebrochene, warme Hintergrundfarben. Die Identity trägt die gesamte Kommunikation zu hand.gemacht, digital wie print, und dient als zweites Trägermedium der Forschungsaussage.

Ein Forschungsprojekt entfaltet seine Wirkung erst, wenn seine Inhalte erkennbar werden. Ein eigenes Erscheinungsbild ist Teil dieser Erkennbarkeit. Bei hand.gemacht gehörte die gestalterische Ebene von Beginn an zur Forschungsstrategie. Die Leitfrage lautete, wie das Erscheinungsbild die Forschungslogik selbst überträgt. Aus dieser Frage folgten alle weiteren gestalterischen Entscheidungen. Forschende profitieren von dieser Sorgfalt, weil ihre Arbeit damit für Fachpublikum und für eine breitere Öffentlichkeit lesbar wird.

Diskussion vor einer Wand mit Designentwürfen für hand.gemacht
Das hand.gemacht-Team arbeitet an der KommunikationsstrategieFoto: Tatjana Schmid

Das Gestaltungskonzept entstammt dem Bearbeitungsprozess handgemachter Objekte. Es verbindet handwerkliche Tradition und digitale Methode, gewachsene Form und mathematische Präzision. Diese Verbindung trägt jede einzelne Designentscheidung. Die Formensprache zeigt das in runden Kanten und leicht schwingenden Konturen, die kleine Unregelmäßigkeiten der händischen Arbeit aufnehmen. Im Logo erscheint dieselbe Vermittlung im Schatten unter der Wortmarke. Ein schlichter Strich greift die Logik des Abbilds auf, die auch die 3D-Scans im Forschungsprojekt prägt. In Print- wie in Digitalanwendungen übernimmt der Schatten zusätzliche Aufgaben, etwa zur Wegweisung oder als Träger weiterer Information. Die Farbpalette greift dieselbe Doppelung auf. Warme Grundtöne und ein Dreiklang aus Himmelblau, Terracotta und Entengelb bleiben lebendig und naturnah. Mit ihren Serifen knüpft Roboto Slab an Antiqua-Traditionen an, ihre konstruierte Buchstabenform trägt zugleich den modernen Charakter.

Die Designentscheidungen sind in visuellen Richtlinien festgehalten. Sie geben allen Beteiligten am Projekt einen Rahmen, der Wiedererkennbarkeit sichert und gleichzeitig Spielraum lässt. Die Richtlinien beschreiben Prinzipien, anhand derer auch neue Situationen gestaltet werden können. Diese Offenheit ist im Forschungskontext wichtig. Wechsel im Projektteam und unterschiedliche Medien begleiten die Lebensspanne eines Forschungsvorhabens. Die digitalen Anwendungen reichen von der Webseite über die Unikathek bis zu Vortragsfolien. Im Druck zeigt sich das Erscheinungsbild in Plakaten, Publikationen und Begleitmaterialien.

Mit dem Erscheinungsbild gewinnt das Projekt eine eigene Stimme. Fachpublikum, Partnerinstitutionen, Förderer und eine breitere Öffentlichkeit finden eine konsistente Form, die den Forschungsgegenstand für unterschiedliche Lesarten anschlussfähig macht. Die Designarbeit ist damit Teil der Forschungsleistung. Sie führt vor, wie Gestaltung die Spannungen eines Projekts trägt und in eine erkennbare Form übersetzt. Das Vorgehen ist auf andere Forschungsvorhaben übertragbar, in denen ähnliche Polaritäten zwischen Tradition und Technologie eine Rolle spielen.