julianmoder de en
← zurück

Unikathek Webapp

Die Unikathek ist die Webanwendung, mit der das Forschungsprojekt hand.gemacht seine digitalisierten Objekte zugänglich macht. Sie führt zusammen, was bei jeder Erfassung getrennt entsteht: das per 3D-Scan aufgenommene Objekt und den dokumentierten Bedeutungskontext aus Nutzung, Bindung und Erinnerung. Julian hat sie im Projekt entwickelt und gestaltet. In der Dissertation dient sie zugleich als zentraler Designvorschlag, an dem sich digitale Vermittlung regionaler Objekt- und Erinnerungskultur erproben lässt. Die Anwendung ist fertig umgesetzt und wird laufend weiterentwickelt.

hand.gemacht digitalisiert Objekte, die in den Lebenswelten ihrer Besitzer:innen verbleiben, und erfasst neben der Form auch deren Bedeutung. Damit dieser Bestand für Forschung und Vermittlung zugänglich wird, braucht es eine Oberfläche, die beides verschränkt zeigt. Die Unikathek übernimmt diese Aufgabe. Sie versteht sich nicht als Liste oder Katalog, sondern als Konstellation, in der Objekt, Ort, Ereignis und Erinnerung zueinander in Beziehung treten. So bleibt der einzelne Gegenstand sichtbar, ohne aus dem Geflecht herauszufallen, das ihm seine Bedeutung gibt.

Vier Zugänge erschließen den Bestand. Eine Themen-Tour führt entlang gesetzter Stopps durch einen Zusammenhang, etwa die Geschichte der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, und verbindet dabei Objekte mit Orten und Ereignissen. Die Netzwerkansicht macht die Beziehungen zwischen den Objekten und ihren Merkmalen räumlich erfahrbar und führt zusammen, was ein gemeinsames Thema teilt. Suche und Filter bieten den schnelleren, listenförmigen Weg zum selben Material. Im Zentrum steht das dreidimensionale Objekt selbst, etwa das digitalisierte Franziskusmarterl, das sich frei drehen lässt und über Annotationen erschlossen wird. Diese Annotationen koppeln Text, Bild und Ton an konkrete Stellen des Modells und führen so Form und Kontext am Objekt zusammen.

Für die Forschung ist die Unikathek mehr als ein Vermittlungswerkzeug. In Julians Dissertation gilt sie als artikulierter Designvorschlag, an dem sich nach der Logik von Research through Design untersuchen lässt, unter welchen Bedingungen digitale Vermittlung regionaler Objekt- und Erinnerungskultur trägt. Eine Expert:innenstudie mit Vermittler:innen aus Museum, Bildung und Kulturarbeit prüft den Fall entlang von fünf Dimensionen virtueller Vermittlung. Die Anwendung beantwortet damit nicht nur, wie sich digitalisierte Objekte zeigen lassen, sondern macht am konkreten Entwurf sichtbar, was eine solche Vermittlung leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.